Nächtliche Baustelle am Lindentunnel in Berlin-Mitte mit nassen Stahlwänden, Natrium-Arbeitslampen und regennassem Asphalt
Infrastruktur Berlin

Lindentunnel: Abriss des alten Tunnels unter den Linden beginnt

Die Arbeiten an der alten Unterführung in Berlin-Mitte laufen bis 2027. Zwischen Charlottenstraße und Schlossbrücke ändern sich Fahrspuren, Buslinien und Fußwege — hier steht, was Anwohner, Pendler und Besucher jetzt einplanen müssen.

Was unter den Linden jetzt passiert

Der Lindentunnel verlief einst als Straßenunterführung quer unter dem Boulevard. Für den Autoverkehr wurde er schon vor Jahrzehnten geschlossen, seit Jahren diente er vor allem als Hohlraum unter der Fahrbahn. Jetzt wird er verfüllt: Der alte Tunnelkörper wird abschnittweise geöffnet, das Mauerwerk abgetragen und die Baugrube mit verdichtetem Material wieder geschlossen.

Für die Oberfläche bedeutet das eine Folge von Bauphasen mit wechselnden Verkehrsführungen. Zwischen Charlottenstraße und Schlossbrücke werden Fahrstreifen verengt oder kurzzeitig verlegt, der Radverkehr bekommt eigene Spuren, und einzelne Fußgängerquerungen sind zeitweise nicht passierbar. Die Maßnahme gehört zu den größeren Infrastruktur-Vorhaben in Berlin-Mitte in diesem Jahrzehnt.

Auf einen Blick

  • Ort Unter den Linden, Berlin-Mitte
  • Abschnitt Charlottenstraße bis Schlossbrücke
  • Laufzeit Arbeiten bis 2027 geplant
  • Betroffen Autoverkehr, Buslinien, Rad- und Fußverkehr
Bauphasen

So läuft der Abriss in Abschnitten ab

Die Arbeiten wandern in kurzen Etappen den Boulevard entlang. Jede Etappe hat eine eigene Verkehrsführung — deshalb ändert sich die Lage vor Ort mehrfach im Verlauf der Baustelle.

  1. Abschnitt öffnen

    Die Fahrbahndecke wird auf einem kurzen Stück geöffnet und der alte Tunnelkörper freigelegt. In dieser Phase ist meist nur eine Fahrspur je Richtung befahrbar, und Baufahrzeuge rangieren am Rand.

  2. Mauerwerk abtragen

    Wände und Decke des Tunnels werden Stück für Stück abgebrochen und abtransportiert. Der Aushub läuft über festgelegte Routen, damit der übrige Verkehr auf dem Boulevard nicht zusätzlich stockt.

  3. Verfüllen und verdichten

    Die Baugrube wird in Lagen verfüllt und verdichtet, damit sich später keine Setzungen in der Fahrbahn bilden. Diese Phase ist leiser, hält aber den Straßenraum weiterhin eingeengt.

  4. Oberfläche wiederherstellen

    Zum Schluss kommen neue Asphaltschichten, Bordsteine und Markierungen. Erst wenn dieser Abschnitt abgeschlossen ist, wird die nächste Etappe aufgemacht — sonst würden sich die Sperrungen überlagern.

Nächtlicher Blick entlang der Baustelle unter den Linden mit Absperrungen, nassen Steinen und Natriumlicht

Unter den Linden bei Nacht

Die Bauetappen wandern den Boulevard entlang. Wer regelmäßig hier fährt, merkt die Verengung zuerst an den Borden — dort, wo sonst der Radstreifen beginnt, steht jetzt das Gitter.

Verkehrseinschränkungen in Berlin-Mitte

Die Sperrungen betreffen nicht nur Autofahrer. Buslinien halten zeitweise an verlegten Haltestellen, der Radverkehr wird auf schmalere Spuren geführt, und Fußgänger müssen Umwege über die Querstraßen einplanen. Die folgende Übersicht fasst zusammen, womit zu rechnen ist.

Autoverkehr

Eine Spur je Richtung

In den Bauetappen bleibt meist nur eine Fahrspur pro Richtung offen. Linksabbiegen ist an einzelnen Kreuzungen zeitweise gesperrt, und der Lieferverkehr wird auf festgelegte Zeiten außerhalb der Spitzenstunden verwiesen.

ÖPNV

Haltestellen wandern

Busse auf dem Boulevard bedienen einzelne Haltestellen vorübergehend an Ersatzpositionen in den Nebenstraßen. Die Aushänge vor Ort und die Fahrplanauskunft der Verkehrsbetriebe sind hier die verlässlichste Quelle.

Rad und Fuß

Schmalere Wege

Der Radstreifen wird an der Baustelle vorbeigeführt und ist dort schmaler als gewohnt. Fußgängerquerungen liegen teilweise einige Meter versetzt; die Wege sind ausgeschildert, aber nicht immer barrierefrei.

Nahaufnahme nasser Stahlwände und Betonreste auf der Baustelle am Lindentunnel bei Nacht
Baustelle im Detail

Warum der alte Tunnel überhaupt verschwindet

Ein Hohlraum unter einer stark befahrenen Straße ist auf Dauer ein Risiko. Wasser dringt ein, Mauerwerk verliert an Tragfähigkeit, und die Fahrbahndecke darüber setzt sich langsam ab. Reparaturen von oben halten dann nur einige Jahre.

Mit dem Verfüllen wird der Tunnelkörper dauerhaft Teil des Untergrunds. Danach muss unter den Linden nicht mehr damit gerechnet werden, dass sich die Fahrbahn über einem alten Bauwerk bewegt — und die Leitungen, die heute durch den Hohlraum laufen, bekommen einen neuen, zugänglichen Verlauf.

Für die Anwohner heißt das: eine laute, staubige Zeit, aber ein Ende mit einer durchgehend sanierten Straße. Wer die Baustelle täglich passiert, sollte sich an die wechselnden Verkehrsführungen gewöhnen — sie bleiben bis zum Abschluss der Arbeiten in Bewegung.

Was Anwohner, Pendler und Besucher jetzt wissen sollten

Die Bauzeit ist lang, deshalb lohnt es sich, ein paar Dinge dauerhaft umzustellen statt sie jede Woche neu zu suchen. Wer morgens über den Boulevard fährt, sollte die Route einmal um die Baustelle herum einplanen und erst dann entscheiden, ob sie wirklich länger dauert.

  • Früher losfahren

    In den Spitzenstunden kostet die Verengung die meiste Zeit. Wer zehn Minuten früher startet, steht seltener im Rückstau bis zur Friedrichstraße.

  • Umstieg prüfen

    Für kurze Strecken durch Mitte ist die U-Bahn oft die ruhigere Wahl. Die Stationen rund um den Boulevard bleiben während der Arbeiten geöffnet.

  • Aushänge lesen

    Ersatzhaltestellen und Sperrungen wechseln mit den Bauetappen. Ein kurzer Blick auf den Aushang an der Haltestelle erspart den Umweg.

Ein Tunnel aus einer anderen Verkehrszeit

Der Lindentunnel gehört zu den Bauwerken, die Berlin für eine Stadt gebaut hat, die es so nicht mehr gibt. Geplant für eine Zeit, in der der Autoverkehr auf dem Boulevard wachsen sollte, lag er unter einer Straße, die heute von Bussen, Radfahrern und Fußgängern geprägt ist.

Solche Unterführungen sind schwer zu unterhalten und teuer zu sichern. Sie müssen belüftet, entwässert und regelmäßig geprüft werden, auch wenn kaum jemand sie nutzt. Deshalb ist das Verfüllen kein Verlust an Wegenetz, sondern eine Entscheidung darüber, wofür der Untergrund unter einer Straße künftig gebraucht wird.

Für Berlin-Mitte ist das kein Einzelfall. An mehreren Stellen im Bezirk laufen derzeit Arbeiten an Leitungen, Gleisen und Straßen, die sich gegenseitig beeinflussen. Wer die Baustelle am Lindentunnel einplant, plant deshalb am besten gleich die Nachbarstellen mit ein.

Häufige Fragen zur Baustelle

Die Antworten fassen zusammen, was sich für den Alltag auf dem Boulevard ändert. Verbindliche Angaben zu einzelnen Sperrungen stehen immer in den Aushängen vor Ort.

Wie lange dauern die Arbeiten unter den Linden?

Der Abriss und das anschließende Verfüllen sind bis 2027 angesetzt. Die Zeitangabe bezieht sich auf den Bauablauf; einzelne Abschnitte werden früher fertig und wieder freigegeben, andere folgen danach.

Welcher Abschnitt ist zuerst betroffen?

Die Arbeiten beginnen im östlichen Teil zwischen Charlottenstraße und Schlossbrücke und wandern von dort weiter. Welche Kreuzung als nächste an die Reihe kommt, hängt vom Fortschritt der Verfüllung ab.

Bleiben die Bushaltestellen erreichbar?

Ja, aber teilweise an anderer Stelle. Einzelne Haltestellen werden in die Nebenstraßen verlegt. Die Ersatzpositionen sind vor Ort ausgeschildert und in der Fahrplanauskunft der Verkehrsbetriebe hinterlegt.

Was passiert mit dem alten Tunnel selbst?

Er wird abgetragen und die entstandene Grube wieder verfüllt. Erhalten bleibt nur, was für Leitungen und Entwässerung weiterhin gebraucht wird — neu geordnet und zugänglich statt in einem alten Hohlraum versteckt.

Wo finde ich die aktuellen Sperrungen?

Verbindlich sind die Aushänge an der Baustelle und die Verkehrsinformationen der Stadt. In unseren Ressorts Verkehr und Infrastruktur fassen wir regelmäßig zusammen, was sich auf den Hauptstrecken ändert.

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Aus der Redaktion

Wie wir über Baustellen berichten

Bei Bauvorhaben greifen wir auf Aushänge vor Ort, Angaben der zuständigen Stellen und eigene Beobachtungen zurück. Wo eine Angabe sich noch ändern kann, schreiben wir das dazu — Bauzeiten verschieben sich in Berlin regelmäßig.

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Die Baustelle bleibt in Bewegung — wir bleiben dran

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